IT-SICHERHEIT 2025: EIN JAHR ZWISCHEN KI-REVOLUTION UND COMPLIANCE-DRUCK – RÜCKBLICK & AUSBLICK AUF DAS JAHR 2026
28.01.2026
IT-Sicherheit 2025: Ein Jahr zwischen KI-Revolution und Compliance-Druck – Rückblick & Ausblick auf das Jahr 2026
Ein weiteres Jahr geht zu Ende, und in der IT-Sicherheit fühlt es sich oft wie ein ganzes Jahrzehnt an.
Was wir Ende 2024 noch als Trends prognostiziert haben, ist heute bereits die Realität. In diesem Blogpost ziehen wir Bilanz und blicken auf das Jahr 2026.
Der Check: Haben sich die Vorhersagen von 2024 bewahrheitet?
In unserem Video zu den Trends 2025 haben wir einige gewagte, aber fundierte Thesen aufgestellt. Schauen wir uns an, wie treffsicher wir waren:
KI-Phishing & Die Automatisierung des Social Engineering: Unsere Vorhersage: KI-Modelle werden genutzt, um den persönlichen Schreibstil von Absendern perfekt zu kopieren und massenhaft hochgradig personalisierte „Spear-Phishing“-Mails zu versenden. Die Realität 2025: Ein Volltreffer. Die Qualität von Phishing hat durch LLMs ein Niveau erreicht, bei dem selbst Profis zweimal hinschauen müssen. Angreifer beschränken sich längst nicht mehr auf E-Mails: Durch die Analyse erbeuteter Chat-Verläufe trainieren sie KI-Modelle darauf, den spezifischen Tonfall in Messengern wie Teams oder Slack täuschend echt zu imitieren.
Vishing (Voice Phishing) und Deepfakes: Unsere Vorhersage: Wir sagten voraus, dass Vishing in den nächsten 2 bis 5 Jahren massiv zunehmen wird, möglicherweise schon 2025. Die Realität 2025: Es ging schneller als gedacht. Wir sehen heute großflächig, wie KI-generierte Stimmen in Telefonaten genutzt werden, um Zahlungen freizugeben oder Passwörter abzugreifen. Die Kapazität der Angreifer steigt durch die Operationalisierung von KI massiv an – sie können jetzt tausende personalisierte Angriffe gleichzeitig fahren.
NIS2 und der regulatorische Druck: Unsere Vorhersage: Die Umsetzung von NIS2 in nationales Recht wird Unternehmen massiv beschäftigen. Die Realität 2025: 2025 war das Jahr der Compliance - NIS2 wurde in nationales Recht umgesetzt. Ein Schritt, der Unternehmen unter klaren Handlungsdruck setzt; wer die Vorgaben ignoriert, riskiert empfindliche Bußgelder. Gleichzeitig bietet die Umsetzung die Chance, IT-Sicherheit systematisch zu stärken: Dokumentation, Prozesse und Verantwortlichkeiten werden überprüft und Lücken geschlossen.
Die harte Realität: Warum der Mittelstand unter Feuer steht
Strategiewechsel: Das Ende der zentralen Security-Gateways
Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Jahres 2025 ist technischer Natur: Die Ära der klassischen „Next Generation Firewalls“ und zentralen VPN-Konzentratoren neigt sich dem Ende zu.
- Das Problem der Zentralisierung: Bei den heutigen Traffic-Mengen ist es weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll, den gesamten Datenstrom durch ein zentrales Nadelöhr zu schleusen. Diese Systeme sind schlicht zu teuer und zu starr.
- Die Lösung: Dezentrales Software Defined Network nach Zero Trust Prinzip. Anstatt einem Nutzer nach dem Login Zugriff auf das ganze Netzwerk zu geben, prüfen moderne ZTNA-Lösungen jede einzelne Verbindung individuell.
Spreu vom Weizen: Bei den Security-Anbietern trennt sich gerade die Spreu vom Weizen. Wer weiterhin auf rein zentrale Gateways setzt, verliert den Anschluss an die Performance- und Sicherheitsanforderungen moderner Cloud-Hybrid-Umgebungen.
Ausblick 2026: Was kommt auf uns zu?
Wenn wir den Blick nach vorne richten, prägen folgende drei Säulen das kommende Jahr:
1. KI für Verteidiger
Angreifer nutzen KI, um ihre Schlagzahl zu vervielfachen. Phishing, Scanning, Exploits und Lateral Movement laufen längst automatisiert. Während Angreifer ihre Prozesse hochgradig automatisieren, ziehen die Verteidiger oft nicht adäquat nach.
Automated Incident Response wird zur Grundvoraussetzung. Sicherheitsteams müssen Systeme befähigen, Vorfälle selbstständig zu erkennen, zu bewerten und einzudämmen – in Sekunden, nicht in Stunden. KI ist dabei kein Add-on, sondern der einzige Weg, Geschwindigkeit gegen Geschwindigkeit zu stellen.
2. Das endgültige Ende des klassischen Passworts
Schätzungen zufolge sind gestohlene oder kompromittierte Zugangsdaten bei über 50% (bis zu 80%) aller Sicherheitsvorfälle im Spiel. Phishing-Angriffe und Datenlecks führen ständig dazu, dass Passwörter in falsche Hände geraten.
- Status Quo: Wer noch ohne MFA arbeitet, ist quasi schutzlos. Aber selbst klassisches MFA (SMS/App) gerät ins Wanken.
- Die Zukunft: Der Trend geht unaufhaltsam weiter in Richtung Passkeys und Client-Zertifikate, die an Hardware wie TPM-Chips (Windows Hello) gebunden sind.
- Ziel: Wir gehen davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren passwortlose Authentifizierung zur Norm wird – und so KI-gestützten Angriffen die Grundlage entzieht.
Mehr zur passwortlosen Authentifizierung.
3. Netzwerkarchitektur entscheidet über IT-Sicherheit
2026 schützt nicht mehr der Perimeter – sondern die Architektur. Wenn ein Angreifer einmal im Netz ist, entscheidet die innere Struktur.
Zero Trust Network Access (ZTNA) wird zum neuen Standard:
- Feingranulares Berechtigungssystem: Zugriff nur auf exakt die Ressourcen, die benötigt werden.
- Mehr Sicherheit im Netzwerk: Nur explizit erlaubte Kommunikation findet statt - Lateral Movement wird stark erschwert.
- Schnellere Kommunikation: Höhere Performance durch direkte Verbindungen ohne Umwege.
Der entscheidende Punkt: Während EDR den klassischen Virenschutz längst als Standard abgelöst hat, reicht der Schutz der Endpunkte allein nicht mehr aus. Echte Resilienz entsteht heute auf architektonischer Ebene: Wer 2026 sicher bleiben will, muss sein Netzwerk so bauen, dass Angriffe strukturell ins Leere laufen. ZTNA ist demnach keine Option, sondern die neue Basis der Sicherheitsarchitektur.
Mehr zu Zero Trust Network Access.
Fazit: IT-Sicherheit ist kein Projekt, sondern ein Dauerzustand
Das Jahr 2025 hat gezeigt: Die Verteidigerseite muss umdenken. Passwortlose Authentifizierung und dezentrale Zero-Trust-Architekturen bieten die Resilienz, die moderne Angriffe verlangen. Nur wer die Automatisierung auf der Verteidigerseite genauso ernst nimmt wie die Angreifer, wird 2026 krisenfest bleiben.
Haben Sie Ihre Strategie für 2026 schon geplant? Gerne evaluieren wir gemeinsam mit Ihnen, ob Ihre aktuelle Infrastruktur (VPN, MFA, Firewall) den automatisierten Angriffswellen der nächsten Monate gewachsen ist. Vereinbaren Sie noch heute ein unverbindliches und kostenloses Beratungsgespräch.
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